Zu Beginn des neuen Jahres sprach unser Socialmedia-Team mit unserem Kreissprecher Frank Poll u.a. über das aktuelle politische Geschehen in Deutschland, seine Ziele und Wünsche für das neue Jahr.
? Hallo Frank, erstmal vorab eine frohes und gesundes neues Jahr. Gut „reingerutscht“ ?
Danke gleichfalls. Da wir Silvester meistens immer im kleinen und ruhigen Kreis verbringen, war es dieses Jahr für uns keine Umstellung. Was man jedoch feststellen konnte, war das steigende Interesse der „Städter“ an unserer schönen Eifellandschaft an und um die Silvestertage.
? Hast du Verständnis für diesen
„Massentourismus“?
Natürlich kann ich die Menschen aus der Stadt verstehen. Viele Eltern wollen ihren Kindern, nachdem sie seit Monaten in häufig kleinen Mietswohnungen – gefühlt – eingesperrt sind, wenigstens etwas Normalität bieten und im Urlaub mal ein bisschen Schnee und frische Luft genießen. Das stärkt das Immunsystem und ist im „Kampf gegen Corona“ effektiver, als nur zu Hause zu sitzen.
? Wo wir wieder beim Thema wären…
Ja, leider. Wir Eifler können die Vorzüge unserer schönen Natur täglich genießen. Daher sollten wir auch etwas Verständnis für die Menschen aus der Stadt zeigen, ohne gleich den Moralapostel zu spielen und die Leute als „verantwortungslos“ und „dumm“ zu bezeichnen. Es ist derzeit halt für Viele sehr einfach, bequem von der Couch aus den Mahner und den Vernünftigen zu spielen und dafür gesellschaftlich gefeiert zu werden. So steht man halt garantiert auf der „richtigen Seite“.
Was ich jedoch aufs schärfste verurteile, ist das teilweise arrogante Verhalten einiger Touristen, die mit Sommerreifen die Eifel besuchen, Felder der Bauern zu parken und somit zerstören und dann auch noch abgeschleppt werden wollen. Auch bei uns im Ort haben einige Touristen ihren Müll in den Wäldern hinterlassen und ihre Notdurft auf privaten Grundstücken verrichtet. Das ist einfach respektlos gegenüber den Einwohnern, der Umwelt und der Natur.
? Nun hat man dem ganzen ja einen Riegel vorgeschoben…
Ja, #Hellenthal hat inzwischen die Parkplätze in #Udenbreth und #Hollerath bis auf weiteres gesperrt. Aber das alles ist nicht wirklich zielführend, da die Besucher nun wohl in Nachbarkommunen ausweichen werden. Das zeigt doch das Versagen der Politik, egal ob auf kommunaler oder auf Länder-und Bundesebene. Was hier betrieben wird, ist politischer Aktionismus und Symbolpolitik in Reinkultur.
? Was wir ja auch zuletzt auf Kreisebene erfahren durften….
In der Tat. Die vom Krisenstab – angeführt vom (Socialmedia) Landrat Markus Ramers – zunächst beschlossene und dann wieder einkassierte „nächtliche Ausgangssperre“ ist völlig unverhältnismäßig. Denn ausgerechnet nachts, wenn eh nur wenige Menschen, gerade in dieser Corona-und Jahreszeit unterwegs sind, eine Ausgangssperre zu verhängen, zeugt doch erst recht von reiner Symbolpolitik als von einem durchdachten Krisenplan. Die meisten Kontakte finden ohnehin tagsüber statt, im Supermarkt, bei der Arbeit oder im öffentlichen Nahverkehr.
? Was schlägst du denn vor?
Wir brauchen endlich auf Problemgruppen bezogene, angemessene Maßnahmen. Die Risikogruppen müssen endlich besser geschützt und – natürlich freiwillig – geimpft werden. So könnte man schweren Krankheitsverläufen vorbeugen und die Auslastung der Intensivbetten regulieren. Die KBV hat diesbezüglich mal ein ganz gutes Positionspapier zur Strategieanpassung vorlegt, was natürlich von Dauerhysterikern und medial gepushten Politikern wie Karl Lauterbach voreilig kritisiert wurde.
Das derzeitige Regierungshandeln ist von maximaler Hysterie getrieben. Die Geschwindigkeit bei der Nachverfolgung von Infektionsketten muss immens verbessert werden.
Denn eins ist doch klar: der Lockdown nimmt keine Rücksicht auf das Gemeinwohl der Gesellschaft und seine Effektivität steht überhaupt nicht fest. Er könnte jedoch das sichere Ende für zahllose kleine und mittelständische Unternehmen sein und fördert Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und Armut in der Bevölkerung – ganz zu schweigen von den nicht tolerierbaren Einschränkungen demokratisch verbürgter Grundrechte.
Es ist ja auch so, dass viele Bürger in diesem ganzen Wust an immer wieder neuen und verschärfenden – unsinnigen – Regelungen mittlerweile den Überblick verlieren. Manchmal fragt man sich, ob unsere verantwortlichen Politiker überhaupt selbst wissen, was sie noch „dürfen“ und was nicht.
? Hast du auch keinen Überblick mehr?
Es fällt mir wirklich schwer. Vor allem deswegen, weil mir die Sinnhaftigkeit total fehlt. Man darf sich jetzt entscheiden, ob man Vater oder Mutter zu sich nach Hause einlädt. Der jeweils andere muss dann alleine zu Hause sitzen. Wenn ich aber jetzt zu ihnen fahre, darf ich beide sehen. Wenn jetzt aber an drei darauffolgenden Tagen erst Mutter und dann Vater uns besucht und ich dann im Anschluss beide bei ihnen zu Hause sehe, ist das Risiko einer Ansteckung geringer, weil wir uns zwar alle, aber nicht alle gleichzeitig gesehen haben? Das alles ist nicht mehr nachvollziehbar.
? Anderes Thema: Kommunalpolitik. Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis bei der #Kommunalwahl im vergangenen Jahr?
Wir können schon zufrieden sein mit dem Ergebnis. Wir haben das beste Ergebnis aller Kreise im Regierungsbezirk Köln geholt. Im Kreistag und im Stadtrat Euskirchen sind wir nun mit jeweils 4, in den Gemeinderäten in Weilerswist und Kall sowie im Stadtrat Mechernich mit jeweils 2 Vertretern unserer Partei vertreten. Das ist immerhin mehr als eine ganze Fußballmannschaft.
Natürlich hätte es schon auch etwas mehr sein können, aber das hat unterschiedliche Gründe. Ein Grund ist vor allem der, dass sich – gerade in einem Kreis mit vielen kleinen Ortschaften – nicht jeder, der mit der AfD sympathisiert oder gar Mitglied ist, öffentlich zu ihr bekennen will oder kann. Viele unserer Mitglieder hatten Angst vor persönlichen Repressalien und sozialer Isolation, z.B. Ausgrenzung aus dem Dorfleben. Daher verzichteten sie auf eine Aufstellung in ihrem Ort und wir waren dort nicht wählbar. Diese Ängste sind häufig auch berechtigt, wenn man überlegt, wie man im politmedialen Komplex unsere Partei permanent angreift und unerträglichen Vergleichen aussetzt. Da muss man sich nicht wundern, dass dieses Klima des Hasses irgendwann auf einige Leute überspringt und Mitglieder unserer Partei sogar körperlich angegriffen werden. Wer setzt sich diesen Gefahren dann noch gerne freiwillig aus? Insofern ist der politische Einsatz unserer Mitglieder nicht genug zu schätzen.
Ein anderer Grund ist sicherlich auch, dass viele Bürger – gerade in Krisenzeiten – den Regierenden vertrauen und gerade dann keine Wechselstimmung aufkommt. Man setzt dann eher auf Altbewährtes und Vertrautes. Aber auch wir als Partei sind in einem permanenten Entwicklungsprozess und durchleben immer noch viele Phasen, die jede junge Partei durchlebt. Das ist also vollkommen normal. Wir wollen aber von Jahr zu Jahr auf vielen Ebenen professioneller werden. Denn Deutschland, NRW und unser Kreis braucht eine starke und stabile AfD.
? Warum?
Nun, unser Land hat nicht nur wegen Corona Probleme. Es steckt auch in einer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und auch demokratischen Krise.
Das zeigt schon das unsägliche Verhalten der etablierten Politik bei der Wahl zum Ministerpräsidenten in Thüringen im Februar letzten Jahres. Auf Grund des politmedialen Dauerdrucks ist Kemmerich, der demokratisch gewählt wurde, zurückgetreten. Zuvor hatte bereits unsere Bundeskanzlerin angekündigt, dass man diesen Vorgang rückgängig machen müsse. Das muss man sich mal vor Augen führen. Gerade die Politiker, die andere Länder für eine mangelnde Demokratie-Ausführung kritisieren, verhalten sich häufig selbst wenig demokratisch. Diese Heuchelei ist unerträglich.
? Du spielst auch auf den Sturm auf das Capitol in #Washington an?
Ja, auch. Parlamente dürfen niemals gewaltsam attackiert werden. Wer das macht, zielt auf das Herz der Demokratie. Für uns als AfD ist die Bewahrung der Demokratie das oberste politische Ziel. Gewalt darf niemals ein Mittel der Politik sein. Das gilt für alle Parteien, Politiker, Bündnisse oder auch Bewegungen – egal ob in Berlin, Washington oder Paris.
Während viele Medien und Politiker Gewaltdelikte wie in den USA immer nur dann thematisieren, kritisieren und verurteilen, wenn sie aus der für sie „passenden Ecke“ (Bewegungen, Parteien, Politikern) kommen und sie maximale Möglichkeiten zur Instrumentalisierung dieser Taten bieten („mit den Wölfen jaulen“) , ist uns die politische Strömung, die diese Gewalt ausübt, egal. Denn Gewalt ist und bleibt Gewalt.
Während man hier also seit vier Jahren mit dem Zeigefinger auf die USA zeigt und sich vor dem Hintergrund in Washington nicht mal dafür schämt, eine Verbindung zur AfD herzustellen, wendet man hierzulande andere Mittel an, um die eigene politisch ideologisierte Agenda zu etablieren, egal ob es dabei um Kritik an der Gender- und Klimahysterie oder aber auch an der EU-/Europolitik und deren negativen Auswirkungen für unser Land geht.
Schnell droht eine öffentliche Diffamierung, Stigmatisierung und Ausgrenzung von Andersdenkenden. Menschen, die nicht meinungskonform mit dem Mainstream sind, werden als „Rechtsradikale“ oder „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet. Somit sollen diese Menschen mundtot gemacht werden.
Wir als AfD wollen diesen einseitigen Meinungskorridor aufbrechen. In einer Demokratie brauchen wir Meinungs-
pluralismus, sonst ist unsere Demokratie in ernsthafter Gefahr. Und das darf es in diesem Land nie wieder geben.
? Was sind deine politischen Wünsche und Ziele für 2021?
Von größter Wichtigkeit für die Zukunft unseres Vaterlandes und unserer Partei wird das kommende Superwahljahr mit seinen sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl im Herbst sein. Für den Bundestagswahlkreis Euskirchen wurde bereits einstimmig Rüdiger Lucassen, MdB als Direktkandidat nominiert. Über die Reihenfolge der Kandidaten auf der Landesliste für #NRW werden die dafür gewählten Delegierten dann auf Aufstellungsversammlungen im Februar und März entscheiden. Als Kreisverband Euskirchen gehen wir davon aus, dass wir in NRW mit Rüdiger Lucassen den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2021 stellen werden.
Vielleicht könnte es so gelingen, etwas von der ruhigen Geschlossenheit, die unseren Kreisverband auszeichnet, in die Gesamtpartei hineinzutragen.